Romantische Musik und Kulisse
Konzert der Pfälzischen Musikschule in Wattenheimer Kirche - Klarinettist Stefan Zillmann als Gast
Vor der wunderschönen Kulisse romantischer Wandmalerei in der protestantischen Kirche in Wattenheim präsentierten Schüler und Lehrer der Pfälzischen Musikschule (PMS) am Sonntagnachmittag ein abwechslungsreiches Konzertprogramm. Darunter waren viele Stücke aus der Romantik oder zumindest romantischen Inhalts.
Es war bereits das dritte Mal, dass die in Altleiningen gegründete und jetzt in Freinsheim ansässige PMS am Tag des offenen Denkmals ins Wattenheimer Gotteshaus einlud. Zunächst hatte Birgit Nennstiel aus dem Presbyterium durch den 1221 erstmals urkundlich erwähnten Sakralbau geführt. Zu bestaunen ist dort ein Relief des Herrn - ein klarer Verstoß gegen das Gebot, sich kein Abbild von Gott zu machen, wie Nennstiel betonte. Organist Michael Schwalb ermöglichte Einblicke in den barocken Orgelkasten, in dem ein Instrument aus der Epoche der Romantik mit 18 Registern steckt. Es gab einige Kostproben der rund 262.000 Klangmöglichkeiten.
Ein Stück von Johann Joachim Quantz (1697 bis 1773), dem Flötenlehrer Friedrichs des Großen, war der Auftakt zum Konzert der Musikschule - präsentiert, wie alles Weitere vor der Pause, von acht- bis 16-jährigen Jungen und Mädchen. „Ode an die Freude“ gab es mit Unterstützung einer Lehrerin zweistimmig auf der Querflöte. Auf dem Klavier tanzte Tschaikowskys „Kranke Puppe“ und sprang ein „Grashüpfer“, über die Tasten fegten ein Rock'n'Roll hinweg und ein Filmmusik-Medley.
Modernes und Flottes, darunter das rhythmisch nicht ganz einfache „Boulevard of broken dreams“ von Green Day, spielte Christopher Menke auf dem Piano. Eine Geige sang zur CD „Morning has broken“, eine andere hauchte „My heart will go on“, bekannt aus dem Film „Titanic“.
Der Carlsberger Robin Bernd blies auf der Trompete drei Stücke, die durch Filme wie „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ berühmt wurden. Dabei setzte der 14-Jährige, der erst seit eineinhalb Jahren auf dem Instrument unterrichtet wird, bereits eigenwillige Akzente. Seine zwei Jahre jüngere Schwester Ronja glänzte nach der Pause, die eigentlich für die PMS-Lehrkräfte reserviert war, am Piano mit Chopin - der Etüde As-Dur op. 25/1 und Nocturne cis-moll op. posthum - sowie mit „Somewhere over the rainbow“ von Harold Arlen aus den 1930er Jahren. Dynamik, Tempo - alles ein Kinderspiel für das Mädchen, das mit fünf erstmals auf dem Klavierhocker saß und dessen Finger mit Leichtigkeit über die Tasten schwebten.
Lehrerin Kasia Neisse (Querflöte) und Schulleiter Randolf Stöck (Orgel) ließen eine Sonate in C-Dur von Johann Sebastian Bach von der Empore erklingen. Schwierige Passagen mit Tonfolgen in atemberaubender Geschwindigkeit, insbesondere am Ende des ersten und während des zweiten Satzes, meisterte die Flötistin problemlos. Zusammen mit der „Königin der Instrumente“ ergab das einen Ohrenschmaus vom Feinsten.
Den krönenden Abschluss des Konzerts bildeten Stöck, der international als Solist und Klavierbegleiter unterwegs ist, und sein einstiger Studienkollege von der Musikhochschule Mannheim und heutiger Klarinettist bei der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Stefan Zillmann, im Duett. Die beiden Virtuosen umrahmten das gewöhnungsbedürftige „Duo Concertant“ von Darius Milhaud mit dem romantischem „Albumblatt“ von Max Reger und dem verträumten „Berceuse pour clement“ von Jean Rivier. Ein schöner Ausklang für die Zwei-Stunden-Darbietung, nach der die Schüler als Entschädigung für ihr Lampenfieber „Anti-Stress-Gummibärchen“ bekamen. (abf)
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