Pressestimmen

2011

Donnerstag, den 22. Dezember 2011
Verlag: DIE RHEINPFALZ − Publikation: Unterhaardter Rundschau − Ausgabe: Nr.297

„Natürlich will ich Pianistin werden“

Die zwölfjährige Ronja Bernd aus Carlsberg ist eine begeisterte Klavierspielerin und hat kürzlich ihr erstes eigenes Konzert gegeben

Wenn Ronja Bernd ihre Finger auf die Tasten eines Klaviers setzt, ist sie in ihrem Element: „Klavier ist mein Leben“, sagt die Zwölfjährige aus Carlsberg, die seit sieben Jahren Klavier spielt und kürzlich ihr erstes eigenes Konzert gab. Doch ohne Fleiß kein Preis: Die junge Pianistin steckt viel Ausdauer in ihr Hobby und bereitet sich sehr intensiv auf Konzerte vor. Sanft gleiten Ronjas Hände über ihren Flügel. Fast so, als würde sie ihn streicheln. Ihr Blick ist hochkonzentriert. „Klavierspielen ist mein Ein und Alles“, erzählt sie. Originalstücke von Bach, Mozart, Schubert, Beethoven, Schumann und Chopin spielt die Zwölfjährige „ohne Probleme“.

Welches Stück sie am liebsten mag? „Eigentlich mag  ich es lieber schnell und modern“, sagt Ronja. Aber „Nocturne“ von Chopin gefalle ihr auch gut. „Hauptsache, sie hat ihre Tasten“, sagt ihre Mutter Petra und schmunzelt. „Das Klavierspielen an sich macht mir Spaß“, stimmt ihr die Tochter zu. Das Stück sei da eher zweitrangig. „Deshalb übe ich auch freiwillig jeden Tag ein bis zwei Stunden.“

Und ihr Ehrgeiz zahlt sich aus: Vor knapp zwei Wochen durfte die Nachwuchspianistin ihr erstes eigenes Konzert geben. „Im Bürgerhaus Hertlingshausen führte ich elf Stücke von Mozart, Schumann und Brahms vor“, erinnert sich Ronja stolz. Die Spielzeit: eine ganze Stunde. „Das war schon anstrengend.“ Doch ihre Spielkunst kam beim Publikum sehr gut an. „Obwohl  ich einmal einen kleinen Patzer bemerkte, den sie aber gekonnt überspielte“, sagt ihre Mutter. Wie Ronja zu einem eigenen Konzert kam? „Die Pfälzische Musikschule Hertlingshausen hat mich empfohlen“, erzählt die junge Pianistin. Dort nimmt sie seit 2004 gemeinsam mit ihrer Mutter Klavierunterricht. „Ich bin aber lange nicht so gut wie meine Tochter“, gesteht Petra Bernd. In punkto Konzerte hat Ronja auf jeden Fall mehr Erfahrung: Ihren ersten Auftritt auf einem Vereinsfest hatte sie schon im Jahr 2009.

„Und seit kurzem spiele  ich auch Orgel“, wartet die Zwölfjährige mit einer Überraschung auf. Ihre Orgelausbildung mache sie in der Mannheimer Jesuitenkirche. Und sonst? „Spiele  ich noch Tennis und singe im Chor.“ Kunst, Musik und Sport sind in der Schule ihre Lieblingsfächer. Kein Wunder also, dass die Siebtklässlerin am Leininger-Gymnasium die Musikklasse besucht. Aber den meisten Spaß habe sie ausschließlich am Piano. Mit ihrem Lieblingsinstrument könne sie ihre Gefühle am besten ausdrücken und Stress abbauen. „Aber am Flügel klingt jedes Stück besser als auf einem gewöhnlichen Klavier“, informiert die Pianoexpertin. Deshalb spiele sie seit einem Monat auf ihrem eigenen. „359 Kilogramm ist er schwer - das war ein Akt, ihn ins Wohnzimmer zu kriegen“, erinnert sich Ronja. Der 1,80 Meter lange und 1,45 Meter breite Flügel ist allerdings auch ein ziemlich teurer Spaß: „25.000 Euro mussten wir hinlegen“, verrät die Mutter.

Doch sie unterstütze ihre Tochter gerne, denn: „Natürlich will ich Pianistin werden“, sagt Ronja bestimmt. Plan B? Den könne sie sich ja immer noch überlegen, meint sie lächelnd. (Julia Brandt)

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