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2011

Donnerstag, den 29. Dezember 2011
Verlag: DIE RHEINPFALZ − Publikation: Unterhaardter Rundschau − Ausgabe: Nr.302

Klassisches und Modernes

Die Pfälzische Musikschule in Carlsberg weitet die Kooperation mit Grundschulen und Kindergärten aus - Schlagzeuglehrer gesucht

Im 20. Jahr ihres Bestehens hat die Pfälzische Musikschule (PMS), Carlsberg nicht nur einen komplett neuen Vorstand, sondern auch so viele Schüler wie noch nie: 379 weist die aktuelle Statistik aus. Neu im 21-köpfigen Lehrerteam ist Timothy Hurley.

Der 28-jährige Australier unterrichtet Saxophon, Klarinette und Querflöte an der PMS. „Geworben“ hatte ihn Gitarrenlehrer Jakub Dorofiej, der mit Hurley konzertiert hat. Hurley begann als Zehnjähriger Saxophon zu spielen und stieß mit zwölf zur Zooo International Youth Big Band. 2003 bestand er die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Mannheim. Nach dem Diplomabschluss 2007 absolvierte Hurley bis 2009 ein „Master of Music“-Studium.

„Alle unsere Lehrkräfte müssen Musik und Pädagogik studiert haben“, informiert PMS-Schulleiter Randolf Stöck. Leider werde die viel beschäftigte Schlagzeug-Kapazität Andrés Bertomeu (bekannt unter anderem durch die Rockband „The Flames“) Mitte Januar ausscheiden, und die Hoffnung auf einen Wunschkandidaten für die Nachfolge habe sich zerschlagen, berichtet Geschäftsführer Christian Kucks. „Insofern suchen wir jetzt noch einen Schlagzeug-Lehrer“, so der Sohn des PMS-Gründers Klaus-Jürgen Kucks. Es sei nicht leicht, in einer ländlichen Gegend qualifizierte Leute zu bekommen.

Für deren Honorar reicht natürlich das Geld nicht aus, das die Musikschüler für den Unterricht bezahlen, zumal die PMS als öffentliche Schule auch Sozialrabatte gewähren muss. Die Ausgaben sind gerade so zu bewältigen dank der Zuschüsse: rund 13.000 Euro pro Jahr vom Landesverband der  Musikschulen (LVdM) Rheinland-Pfalz und insgesamt fast 11.000 Euro vom Landkreis Bad Dürkheim sowie den Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim. „Klavierstimmungen oder Neuanschaffungen können davon aber nicht bestritten werden“, verdeutlicht Randolf Stöck, wie knapp das Budget bemessen ist.

Um wie 42 der 45 nicht privaten  Musikschulen in Rheinland-Pfalz Mitglied im Verband Deutscher  Musikschulen zu werden und Vorteile wie Rechtsberatung und Fortbildungsangebote nutzen zu können, muss die kommunale Förderung allerdings erhöht werden. Daran werde gerade gearbeitet, versichert der stellvertretende PMS-Vorsitzende Michael Menke. Der Heizölhändler aus Hettenleidelheim hat schon mit zwölf Jahren Akkordeonunterricht gegeben, spielt zahlreiche Instrumente und hat sein Studium mit Auftritten finanziert.

Das Spielen eines Instruments zu erlernen fördere die geistige und persönliche Entwicklung, ist Menke überzeugt. Um Jungen und Mädchen frühzeitig Lust darauf zu machen, hat die PMS ihre Kooperationen mit Kindergärten und Grundschulen ausgeweitet. An der Schule Burgenländchen in Kleinkarlbach wurden im Sommer zwei Chöre gebildet.

62 Erst- bis Viertklässler proben dort einmal pro Woche unter der Leitung der Opernsängerin Kristina Schaum. In der katholischen Kita St. Nikolaus in Neuleiningen dirigiert sie zwölf Vorschüler. Angedacht sei, dass auch mal ein anderer Lehrbeauftragter dazu komme und den Gesang zum Beispiel mit Gitarre oder Saxophon begleite, sagt Kucks. Damit hoffe man bei dem einen oder anderen Kind das Interesse an einem Instrument zu wecken.

Die PMS verschließt sich aber auch nicht modernen Entwicklungen. „Im Frühjahr veranstalten wir einen Workshop für elektronische Musik und DJing“, kündigt Christian Kucks an. Bands, die Unterstützung benötigen - vom Management bis zur CD-Aufnahme - wird zudem geholfen.

Info
Vorstand: Erster Vorsitzender: Markus Holatschek, Stellvertreter: Michael Menke, Schatzmeister: Frank Bernd, Beisitzer: Anton Köhler, Vorstandsmitglied für die VG Hettenleidelheim: VG-Bürgermeister Karl Meister, Geschäftsführer: Christian Kucks; Homepage: www.pfaelzische-musikschule.de; Kontakt: Telefon 06356/6086801, E-Mail: kontakt@pfaelzische-musikschule.de

(von Anja Benndorf)

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